"Als Unternehmer in der Marktwirtschaft"

Vortrag von Dr. Martin Nagler


Dr. Martin Nagler

Dr. Martin Nagler
Mit Dr. Martin Nagler referierte im Rahmen des 125 jährigen Jubiläums ein erfolgreicher Unternehmer am MRG (Abitur 1980) über das Thema "Als Unternehmer in der Marktwirtschaft".


Gegründet habe er seinen Betrieb 1998 nach einer kurzen Universitätskarriere und dem Angestelltendasein bei einer Bank. Hauptsitz sei Schnaittenbach, sein Heimatort, Filialen habe er in Frankfurt und München. Für die Oberpfalz sprächen Kostenvorteile. Heute könne man auch einen Großbetrieb von einem kleinen Ort aus leiten. Die Kunden aber, die Großbanken und Versicherungen bräuchten auch den Ansprechpartner vor Ort. Er biete den Banken u.a. Managment- und Strategieberatung, vor allem Risikoabschätzung bei Krediten bzw. bei Aktienkäufen. Dafür seien bei ihm inzwischen über 40 Mitarbeiter tätig, die meist einen universitären Abschluss in Mathematik und Physik haben.

Eine Unternehmensgründung in Deutschland könne schnell erfolgen, sie werde auch gefördert. Dann aber gebe es im Gegensatz zu den USA, in denen ein Unternehmer bewundert werde, merkwürdige Reaktionen. Habe er Erfolg, so bestimme ein Sozialneid die Debatte, die bei Konkurs in Häme umschlage. Beide Reaktionsformen machten es schwer, hier als Unternehmer tätig zu sein. Eine Täuschung sei es, wenn man glaube, als Unternehmer unabhängig zu werden. Warum der einzelne trotz der größeren Verantwortung den Weg in die freiberufliche Tätigkeit wage, kann wohl nur mit einem gewissen Machtstreben, aber auch dem erhofften Geld erklärt werden.

An der Geschichte seiner Firma machte er deutlich, wo die Risiken für ein Unternehmen liegen. Dies sind einmal interne Faktoren: Eine Diskussion um die Firmenstrategie führten vor ca. 5 Jahren zum Abwandern von etwa ein Drittel der damaligen Mitarbeiter. Aber vor allem auch ausbleibende Aufträge (externe Faktoren) müßten bewältigt werden. Deshalb plädiere er für eine hohe Eigenkapitalquote, mit der sich solche Durststrecken überwinden lassen. Er lobte die Steuerreform, die Kapital, das reinvestiert werde, von der Steuer ausnehme. Die Banken nahm er in Schutz, den in den seltensten Fällen seien sie für einen Konkurs verantwortlich. Diskussionen um Arbeitsplatzabgabe, Vermögenssteuer lehnte er ab, das Betriebsverfassungsgesetz müsse dringend reformiert werden, das Antidiskriminierungsgesetz sei wohl gut gemeint, aber letztlich ein Arbeitsbeschaffungsprogramm für Rechtsanwälte.

Dem Konkurrenzdruck angesichts der Globalisierung könne man nur entgehen, wenn man hoch spezialisierte Angebote mache. Massen- und Standardangebote seien inzwischen billiger aus dem Ausland zu haben. Sein Hauptkonkurrent sei daher IBM, weniger die Programmierer aus Indien.

Dem Geschäftsmann, der zum Start viel Kapital einsetzen müsse, gab er wenig Chancen. Er meint aber, dass chinesische Waren beispielsweise durch steigende Transportpreise aufgrund höherer Energiepreise, aber auch durch langsam steigende Löhne vor Ort teurer würde. Damit werde langfristig die Produktion dieser Waren in unserer Region wieder interessant.

Gefragt, welche Voraussetzungen die Schule mitgeben könne, nannte er vor allem eine gute mathematisch-naturwissenschaftliche Ausbildung aber auch eine gute Ausbildung in Musik. Daher könne er nur positiv auf seine Schulzeit am MRG zurückblicken. Das G8 lehnte er ab.




125 Jahre Max-Reger-Gymnasium Amberg (MRG)