Hans Baumann - Leben und Werk

Berichterstattung zur Eröffnung der Ausstellung am 6. April 2005 im Max-Reger-Gymnasium


Eröffnung der Baumann-Austellung
Eröffnung der Baumann-Austellung
Eröffnung der Baumann-Austellung
Eröffnung der Baumann-Austellung
"Ich zog mit Hannibal", "Steppensöhne", "Der Sohn des Columbus" - diese Bücher habe ich mit 12 Jahren gelesen; heute leite ich das Max-Reger-Gymnasium, die Nachfolgeschule der ehemaligen Lehrerbildungsanstalt, wo der Autor genannten Bände 1933 sein Abitur und seinen Abschluss als Volksschullehrer gemacht hat." Mit einer solchen überraschenden Feststellung leitete OStD Gleixner die Eröffnung der Ausstellung "Hans Baumann - Leben und Werk" am Max-Reger-Gymnasium ein. Auch einige alte Freunde und Mitschüler Hans Baumanns (1914 in Amberg geboren, 1988 in Murnau gestorben) hatten mit Bildern, Briefen und Büchern zum Gelingen beigetragen. Sieben abwechslungsreich gestaltete Vitrinen geben einen Überblick über Baumanns Biographie und sein literarisches Schaffen.




Baumann-Ausstellung


Eröffnung der Baumann-Ausstellung
Eröffnung der Baumann-Ausstellung
Eröffnung der Baumann-Ausstellung
Der 19jährige hatte seine ersten Gedichte in der Schule und beim katholischen "Bund Neudeutschland" vorgetragen, darunter auch das Lied "Es zittern die morschen Knochen", das er 1932 bei einer Wallfahrt geschrieben hatte. Der katholische Verlag Kösel Pustet brachte 1933 Baumanns Debutband "Macht keinen Lärm" heraus und damit fiel seine Begabung den eben an die Macht gekommenen Nationalsozialisten in Berlin auf. Der knapp 20jährige Volksschullehrer - er hatte schon seine erste Stelle in einem kleinen Dorf bei Furth im Wald angetreten - empfand es als große Ehre in der Reichsjugendführung in Berlin mitarbeiten zu können, aber ein "politischer Hetzer" wolle er nicht werden, er gehöre "nur seinem Werk" - so schrieb er an eine Jugendfreundin aus Amberg. Baumanns Karriere im Dritten Reich ist für viele bis heute untrennbar mit den Liedern verbunden, die er für die Hitler-Jugend geschrieben hat, und überschattet in der Nachkriegszeit immer wieder seine Erfolge als Jugendschriftsteller.

Eröffnung der Baumann-Ausstellung
Seine Erkenntnis, dass er verführbar war, und seine Abwendung von Gewalt, Krieg und Diktatur setzte er um in spannende historische Erzählungen, die oft von großen Feldherrn und Entdeckern (z.B. "Ich zog mit Hannibal") handeln und gerade auch Leiden und Tod thematisieren, das diese über andere gebracht haben. Baumann wurde international bekannt, erhielt einige bedeutende Literaturpreise (1956 Gerstäcker-Preis) und war in den 60er und 70er Jahren der meist verkaufte deutsche Jugendbuchautor; seine Titel wurden in 17 Sprachen übersetzt. Daneben war er ständig präsent mit Volks- und Kinderliedern in vielen Liederbüchern, etwa "Es geht eine helle Flöte". Schließlich hatte er an der damaligen Lehrerbildungsanstalt eine solide musikalische Ausbildung genossen und schon als Schüler komponiert. Baumann sprach fließend Russisch; die Ausstellung gibt einen kleinen Einblick in seine Übersetzertätigkeit, so hatte er Gedichte von Anna Achmatowa übersetzt, außerdem russische Kinderbücher, Märchen und Fabeln.

Die Ausstellung im Medienraum des Max-Reger-Gymnasiums ist bis 20. April 2005 zu sehen, jeweils am Mittwoch von 10-12 und 14-17 Uhr und am Donnerstag von 14-17 Uhr. Interessierte Lehrer und Schulklassen können die Ausstellung auch während des Vormittags besuchen, hierzu sollte man sich am Tag zuvor telefonisch unter 47180 anmelden.

OStRin H. Kreuß




125 Jahre Max-Reger-Gymnasium Amberg (MRG)