Was geht uns die Welt an? - MRG weltweit

Vortrag von Dr. Norbert Nagler
Bildungsbeauftragter von missio Deutschland


Dr. Norbert Nagler

Dr. Norbert Nagler
"Alle 10 Sek. stirbt ein Mensch auf der Welt an AIDS, alle 6 Sek. infiziert sich jemand weltweit. 40 Millionen sind derzeit HIV positiv, 2/3 davon leben im südlichen Afrika. 90 Prozent aller Haushalte in diesen Ländern haben direkt mit einem AIDSkranken zu tun." Mit harten Fakten konfrontierte Dr. Norbert Nagler, Bildungsbeauftragter von missio Deutschland und ehemaliger Schüler des MRG die Schüler/innen dieser Schule. Im Rahmen des Programms zur 125 Jahrfeier zeigte er Möglichkeiten zur Aktion auf. "Global denken, und lokal handeln!" müsse Grundprinzip christlichen Engagements sein. Das Thema sei gewählt worden, da die Kirchen Afrikas dieses Problem als Hauptfrage genannt haben. In südlichen Teil dieses Kontinents falle in den nächsten Jahren die mittlere Generation aus, 2010 würden 25 Millionen AIDSwaisen prognostiziert.


Gegensteuern könne man nicht mehr mit den Modellen der Vergangenheit: Bau von Kranken- und Waisenhäusern. Denn diese würden auf Dauer am "Tropf" der westlichen Welt hängen. Daher bilde man nach dem Schneeballsystem Trainer aus, die dafür sorgen, dass Kranke und Waisen in ihrem familiären Umfeld verbleiben können. Da die Lebenserwartung eines AIDSkranken dort etwa 1 Jahr betrage, - bei uns sind im Schnitt 15 Jahre anzusetzen-, kann Aufgabe der Kirche nur sein, ein menschenwürdiges Sterben zu begleiten und für die vielen Waisenkinder Pflegefamilien zu finden. Aufgabe von missio sei es, deutlich zu machen, dass die Welt "menschlicher", d.h. "evangeliumsgemäßer" gestaltet werden muss. Die Fragen, die uns die Welt stellt, gingen weit über die Diskussion zu Hartz IV hinaus. 65 Millionen habe missio im Jahr. Eine geringe Summe, angesichts der 350 Millionen, die in den AIDSfond der UN von der Bundesregierung eingezahlt werden sollen. Mit diesem Geld, aus Sammlungen und Überweisungen der Diözesen, werden weltweit 3000 Projekte unterstützt. Freilich müsse in diesen Ländern auch mehr für die Aufklärung über die Ursachen von AIDS getan werden. Verteilung von Kondomen sei zu wenig, sexuelle Enthaltsamkeit und Treue seien gefragt. Auch müsse der "Männlichkeitswahn" angesprochen werden. Ein Mann beweise sich eben nicht nur damit, möglichst viele Frauen gehabt zu haben.

Seit Anfang des Schuljahrs beschäftigte man sich im Religionsunterricht am MRG mit dieser AIDSaktion. "Meine Hand schützt Kinderseelen" ist der Slogan dieser Aktion. In der Pausenhalle hängten etwa 1000 Abdrucke von Händen aus. Mit diesen Symbolen, wollen die Schüler/innen ein Zeichen der Solidarität setzen. Um auch praktisch die Not zu lindern, wurde gesammelt. Dr. Norbert Nagler konnten 1300 Euro mitgegeben werden. OStD Gleixner setzte am Montag in der Pause den Schlusspunkt dieser Aktion, indem er seinen Handabdruck den vielen Händen hinzufügte.
Der Slogan von missio heißt: "Hilfe für eine andere Welt" Das MRG, das seit vielen Jahren weltweit kirchliche Werke unterstützt, hat damit einen neuen Schwerpunkt für dieses Schuljahrgefunden. Mit dem Theaterstück "Circus arm" hat die Schule 1980 den Anstoß für Gründung des "Eineweltladens Amberg" gegeben. Das MRG schaut seit Jahren über den Tellerrand.


Eindrücke von der Veranstaltung





Eindrücke von der Veranstaltung

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125 Jahre Max-Reger-Gymnasium Amberg (MRG)